Wandern auf Mauritius: Le Morne Brabant & Le Pouce Guide

Mauritius ist für viele vor allem ein tropisches Badeparadies mit türkisblauem Wasser und langen Sandstränden. Doch die Insel hat weit mehr zu bieten. Wenn du gerne wanderst, kannst du hier eine beeindruckende Vielfalt an Landschaftenentdecken. Die Mischung aus üppigem Regenwald, felsigen Höhenzügen und weiten Ebenen könnte kaum abwechslungsreicher sein. Neben entspannten Wegen gibt es auch herausfordernde Routen. Diese belohnen dich mit atemberaubenden Ausblicken. Zu den beliebtesten Touren gehören die Wanderung auf den Le Morne mit Blick auf den Unterwasserwasserfall sowie die Route durch sattes Grün auf den Le Pouce. Wenn du bereits etwas Erfahrung hast und fit genug bist, kannst du dir unserer Meinung nach das Geld für einen Guide sparen und die Berge problemlos auf eigene Faust erkunden. Falls du neben den Wanderungen noch Lust auf weitere Abenteuer hast, schau dir gerne unseren Mauritius Travel Guide an. Dort haben wir noch viele weitere Tipps für dich gesammelt

Le Morne Brabant

Die Wanderung auf den Le Morne gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen auf Mauritius. Tatsächlich war es eine der besten Wanderungen, die wir je gemacht haben. Schon von Weitem ragt der markante Felsberg aus der Landschaft hervor. Er wirkt wie ein natürlicher Aussichtsturm über dem Südwesten der Insel. Der Weg führt dich durch tropische Vegetation und über teils steile Felsabschnitte. Er bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Lagunen und die umliegende Küste. Das ist definitiv ein Erlebnis, das du nicht so schnell vergessen wirst.

Die Wanderung

Die Wanderung beginnt mit einem breiten Schotterweg, der langsam in den Berg hineinführt. Er wird nach und nach immer schmaler. Nach den ersten Höhenmetern und einigen schönen Aussichtspunkten beginnt ab der Hälfte des Weges der schwierigste Teil. Von hier an wird der Aufstieg deutlich steiler. Er fordert sowohl Kondition als auch Klettergeschick und Schwindelfreiheit. Teilweise geht es fast senkrecht die Felswand hinauf, sodass du immer wieder deine Hände zum Abstützen und Hochziehen benutzen musst. Bis zum Gipfelkreuz sind es insgesamt 492 Höhenmeter. Je nach Tempo und Andrang benötigst du dafür etwa 1,5 bis 2 Stunden. Oben angekommen, gibt es eine kleine natürliche Plattform mit einem einmaligen Ausblick auf den Unterwasserwasserfall und die ganze Insel.

Da es auf Mauritius bereits vormittags sehr heiß werden kann, solltest du die Wanderung so früh wie möglich starten.Am besten startest du schon gegen 5 oder 6 Uhr. Ab der Hälfte des Weges gibt es keinen Schatten mehr. Du bist dort der Sonne völlig ausgeliefert. Das führt dazu, dass sich die Felsen immer stärker aufheizen. Beim Abstützen mit den Händen kann das durchaus unangenehm werden. Außerdem wird es mit der Zeit immer voller. Das macht den Aufstieg gefährlicher, da es viele Engpässe gibt und du oft auf Gegenverkehr warten musst. Gute Schuhe sind ein absolutes Muss.Denke zudem an ausreichend Wasser, Sonnenschutz und ein paar Snacks. Packe am besten auch eine Kopfbedeckungein. Achte darauf, dass dein Rucksack nicht zu schwer ist. So hast du beim Klettern beide Hände frei.

Brauchst du einen Guide?

Wie fast überall auf Mauritius werden auch hier geführte Touren angeboten. Im Internet und vor Ort haben wir Angebote für etwa 35 bis 65 Euro pro Person gefunden. Auf dem Weg nach oben haben wir immer wieder Menschen gesehen, die den Aufstieg abgebrochen haben. Für sie hätte ein Guide an der Seite durchaus Sinn ergeben. Wenn du jedoch bereits Wandererfahrung hast und über eine gute Kondition verfügst, ist die Wanderung ohne Guide machbar. Dafür solltest du auch nahe am Abgrund die Nerven behalten. Wichtig ist nur, dass du ehrlich zu dir selbst bist und dich nicht überschätzt. Daher haben wir dir hier ein paar geführte Touren herausgesucht.

Zugang zum Trail & Parken

Der offizielle Zugang zum Le Morne Brabant befindet sich am südlichen Ende des Bergs. Er ist über eine kurze Schotterpiste erreichbar, die von der Hauptstraße abzweigt. Der Zugang ist kostenlos und täglich von 7:00 bis 16:00 Uhrgeöffnet. Am Tor musst du dich lediglich kurz registrieren. Wenn du die Wanderung früher startest, zum Beispiel zum Sonnenaufgang, stehst du eventuell vor einem verschlossenen Tor. Das ist jedoch kein großes Hindernis. In der unmittelbaren Nähe gibt es kleine Trampelpfade, die einfach um das Tor herumführen. Von dort aus folgst du den Schildern und gelangst problemlos auf den offiziellen Trail.

Parken kannst du entweder am Le Morne Beach, am Le Morne Kitesurfing Beach oder direkt neben dem Eingang am westlichen Fuß des Bergs. Der Parkplatz am Eingang ist natürlich am nächsten gelegen. Daher ist er auch am schnellsten voll. Wir haben unser Auto deshalb am Le Morne Kitesurfing Beach abgestellt. Von dort aus sind es etwa 500 Meter bis zum Eingang. Die beiden Parkplätze erreichst du, indem du von der Küstenstraße ungefähr 400 Meter vor dem Lux Le Morne nach links auf die schmale Schotterpiste abbiegst. Danach folgst du der Straße nochmals für einen Kilometer.

Le Pouce

Der Le Pouce ist der dritthöchste Berg auf Mauritius. Er gehört zu den bekanntesten Wanderungen der Insel. Den Namen verdankt er seiner markanten Form, die an einen Daumen erinnert. Das macht ihn schon von Weitem unverwechselbar. Der Berg liegt in der Nähe der Hauptstadt Port Louis. Er bietet eine beeindruckende 360 Grad Sichtüber große Teile der Insel. Je nachdem, von welcher Seite du kommst, kann der Aufstieg etwas gemütlicher oder anspruchsvoller sein. Oben angekommen, erwartet dich ein beeindruckendes Panorama. Du blickst über Port Louis, das Moka Tal und die Zuckerrohrfelder. Bei klarer Sicht reicht der Blick sogar weit über die Küstenlinien hinaus.

Die Wanderung

Es gibt an sich zwei Wege auf den Le Pouce, nämlich eine kurze und einfache Route über den Südosten und eine etwas längere sowie herausfordernde Route von Norden her. Wir haben uns für die insgesamt 12 Kilometer lange Nordroute entschieden. Für den Hin- und Rückweg haben wir etwa 6 Stunden benötigt. Beim Wetter hatten wir einen schlechten Tag erwischt, sodass alles nass und neblig war. Das hat die Wanderung aber gerade deshalb ziemlich besonders gemacht.

Die Route im Norden ist abwechslungsreich und landschaftlich sehr schön. Sie beginnt auf etwas breiteren Wegen, die mit der Zeit immer schmaler und dichter bewachsen werden, bis du kaum noch den Himmel sehen kannst. Je näher du dem Gipfel kommst, desto steiler wird der Anstieg. Auf den letzten Metern werden sogar ein paar kleine Kletterpassagen nötig. Die Nordroute fordert Kondition sowie Trittsicherheit. Sie belohnt dich aber mit spektakulären Ausblicken und nur wenigen Touristen.

Die kürzeste und beliebteste Route auf den Gipfel startet im Südosten in Moka Saint Pierre. Sie ist etwa 2,1 Kilometer lang. Für den Hin- und Rückweg solltest du circa 2,5 Stunden einplanen. Beide Wege sind mit blau-weißen Markierungen auf Felsen und Bäumen gekennzeichnet, denen du einfach nur folgen musst. Egal für welche Route du dich entscheidest, du solltest auf jeden Fall an genug Wasser und Snacks denken. Behalte außerdem im Hinterkopf, dass das Wetter auf dem Berg schnell umschlagen kann. Bei Nässe werden die Wege sehr rutschig.

Weg zum Trail & Parken

Von Norden her gibt es zwei Ausgangspunkte für den Start der Wanderung. Die deutlich schönere Option beginnt am Ende der Chateau D’Eau St. Hier findest du einen kleinen Outdoor-Fitnesspark, an dem du dein Auto abstellen kannst. Der Weg ist zunächst noch geteert, bevor er nach ein paar hundert Metern ins Grüne führt. Der zweite Startpunkt liegt am Ende der Pouce St. Dieser Weg führt allerdings anfangs eher durch eine Art Einöde und ist landschaftlich nicht ganz so schön. Nach etwa 2 Kilometern verschmelzen beide Pfade zu einem gemeinsamen Weg.

Die Südost-Route beginnt hingegen in Moka (Saint Pierre). Sie ist die entspannte Alternative über breite Wege. Diese Variante eignet sich perfekt für alle, die eine weniger anstrengende Tour suchen.

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