Corn Islands Guide: Alles über Big Corn & Little Corn
Willkommen in der Karibik! Die Corn Islands gehören zu Nicaragua und bestehen aus zwei Inseln: Big Corn und Little Corn. Auf Little Corn gibt es keine motorisierten Fahrzeuge und die Insel ist komplett autark, was ihr einen besonders authentischen Charme verleiht. Das sorgt allerdings auch dafür, dass es immer wieder zu Stromausfällen kommt, also denk an deine Powerbank!
Viele Menschen leben hier vom Fisch- und Hummerfang. Die Insel lässt sich komplett zu Fuß erkunden und in etwa zwei Stunden umrunden. Wenn du Ruhe, Natur und echtes Inselleben suchst, bist du hier genau richtig. Ein Punkt, der uns an Little Corn weniger gefallen hat, war das viele Seegras. Je nach Jahreszeit werden, vor allem an der Ostküste, große Mengen davon angespült. Das sieht nicht besonders schön aus und beginnt mit der Zeit auch etwas unangenehm zu riechen, gehört aber andererseits auch einfach dazu.
Big Corn ist deutlich größer, urbaner und bietet mehr Infrastruktur. Trotzdem findest du auch hier traumhafte Natur und wunderschöne Strände. Besonders die langen, weißen Postkartenstrände haben uns begeistert und machen den Aufenthalt zu einem echten Karibiktraum. Auf beiden Inseln kannst du hervorragend schnorcheln, tauchen oder einfach am Meer entspannen, wobei Little Corn durch seine Abgeschiedenheit und Ruhe noch einmal ein ganz eigenes Erlebnis ist.
Big Corn vs. Little Corn
Big Corn ist unserer Meinung nach etwas unterschätzt. Viele Reisende wollen vor allem wegen des „Castaway“-Feelings nach Little Corn, wir fanden Big Corn jedoch insgesamt sogar schöner. Die weißen Strände und das klare Wasser haben uns dort noch besser gefallen.
Unser Fazit: Wenn du schon den langen Weg auf dich nimmst, solltest du dir definitiv beide Inseln anschauen. Wir haben vier Tage auf Little Corn und drei Tage auf Big Corn verbracht. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch während der Trockenzeit von November bis Mai. Zwischen Februar und April ist die sonnigste und trockenste Zeit. Details zur gesamten Nicaragua-Reiseroute und weitere wichtige Tipps findest du im Nicaragua Rundreise Beitrag.
Aktivitäten & Highlights Little Corn
Auf Little Corn Island dreht sich so ziemlich alles um das Meer und die Natur. Die Insel ist von Riffen umgeben und damit der perfekte Ort zum Schnorcheln und Tauchen. Da viele Meerestiere vor allem nachts aktiv sind, werden fast überall spezielle Dämmerungs- oder Nachttauchgänge angeboten. Da diese sehr beliebt sind, lohnt es sich diese Touren bereits im Voraus zu buchen.
Wir haben für 25€/Person eine etwa zweistündige private Schnorcheltour mit einem Local, Elvis, und seinem Bruder gemacht. Die beiden haben uns direkt am Ufer unserer Unterkunft mit dem Boot abgeholt und später auch wieder dort abgesetzt. Beim Schnorcheln waren wir komplett allein und haben unglaublich viel gesehen, darunter Schildkröten, Mantas, Nurse Sharks, Hummer und vieles mehr. Elvis kennt sich wirklich bestens aus und weiß genau, wo er die Tiere unter Wasser findet. Am besten schreibst du ihm einfach per WhatsApp (Nummer findest du unten). Außerdem gibt es auf Little Corn, wie von einer Insel zu erwarten, zahlreiche Strände, die sich perfekt zum Baden und Sonnen eignen. Auch die Sonnenuntergänge sind hier besonders schön.
Aktivitäten & Highlights Big Corn
Auf Big Corn gibt es etwas mehr Abwechslung, da die Insel größer und urbaner ist als Little Corn. Natürlich stehen auch hier Schnorcheln und Tauchen hoch im Kurs. Uns haben besonders die langen Spaziergänge entlang der Küste und durch die kleinen Dörfer, bei denen du das lokale Leben hautnah miterlebt kannst sehr gefallen. Die Sonnenuntergänge sind einmalig und bieten tolle Fotomotive.
Auch eine Runde mit dem Roller um die Insel gehört definitiv dazu. Die Preise für einen Roller sind hier zwar etwas höher als gewöhnlich (ca. 30€-35€/Tag), was dich aber für einen Tag nicht abschrecken sollte. Unserer Meinung nach reicht es auch aus, den Roller nur für ein paar Stunden auszuleihen, da die Insel nicht sonderlich groß und damit schnell umrundet ist. Über die Insel verteilt gibt es nämlich einige tolle Aussichtspunkte, Strände und Cafés an denen du einen kurzen Stopp einlegen kannst.
Eines unserer Highlights auf Big Corn war ein Baseballspiel im Stadion. Während unserer Zeit auf der Insel fand gerade die Caribbean Baseball Series statt. Zum ersten Mal nach 14 Jahren wurden diese wieder auf den Corn Islands ausgetragen. Insgesamt traten 15 Teams von der nördlichen und südlichen Karibikküste gegeneinander an. Das Stadion war komplett gefüllt und gefühlt war jeder Einwohner der Insel da. Überall gab es kleine, lokale Essens- und Getränkestände, Musik und vor allem eine richtig gute Stimmung. Es war ein echtes Erlebnis, das uns das einheimische Inselfeeling so nah gebracht hat, wie kaum etwas anderes. Natürlich ist das Turnier nicht immer, aber die Chance auf Spiele gibt es immer wieder.
Restaurant Tipps Corn Islands
Auf Little Corn Island ist das kulinarische Angebot überschaubar, dafür aber besonders authentisch. Besonders lecker sind die vielen kleinen Comedores und Strandrestaurants, in denen man frischen Hummer und andere Meeresfrüchte unglaublich günstig bekommt. Ein absolutes Muss ist das traditionelle Inselgericht Rondón, ein deftiger Fischeintopf aus Kokosmilch, Maniok, Süßkartoffeln, Bananen und frischem Fisch oder Meeresfrüchten, der die Aromen der Karibik perfekt einfängt. Bedenke dass die Zubereitung einige Zeit beansprucht und du gut und gerne mal 1,5-2 Stunden warten musst. Daher gibt es in den meistens Restaurants die Möglichkeit das Gericht vorzubestellen.
Daneben gibt es auch einfache Cafés mit Frühstück bestehend aus Sandwiches oder Brei und ähnlichem, die sich ideal für einen entspannten Start in den Tag eignen. Wer authentisches Essen direkt am Meer genießen möchte, ist auf Little Corn genau richtig. Allerdings sollten deine Erwartungen auch realistisch sein: Die Abgeschiedenheit der Insel äußert sich teilweise auch in der Einfachheit des Essens und der Dauer der Zubereitung. Hier ist also oft viel Geduld gefragt.
Restaurants auf Little Corn
Restaurants auf Big Corn
Unterkünfte auf den Corn Islands
Unsere Unterkunft
Unsere Unterkunft auf den Little Corn Island war das Sunrise Paradise/Carlito´s Place. Für gerade einmal 30€ die Nacht sicherlich eine der günstigeren Unterkünfte auf der Insel, dementsprechend aber auch sehr einfach. Am Ende müssen wir fairerweise sagen, sogar zu einfach. Die Unterkunft war nicht mehr als eine 8qm Holzhütte, die auf der Ostseite der Insel fernab vom Schuss lag und auch der Service war nicht sonderlich gut. Die Unterkunft war zwar direkt am Strand, allerdings war dieser voller Seegras und das Meer war nachts sehr laut. Du musst die Fenster offen lassen, da es keine Klimaanlage gibt und es sonst zu heiß wird. Zudem musst du nach Ankunft am Dock ca. 30 Minuten mit deinem Gepäck dort hinlaufen.
Auf Big Corn sind wir im Paraiso Beach Hotel untergekommen. Die Unterkunft hatte deutlich mehr zu bieten, eine eigene Strandbar und sogar ein Restaurant. Die Unterkunft ist gut gelegen in der Nähe des Hafens als auch vom Flughafen, sodass die Distanzen bei An- und Abreise sehr kurz sind und beinhaltet Frühstück. Zudem liegt die Unterkunft direkt am Paraiso Beach, der wunderschön klares Wasser und einen weißen Sandstrand bietet. Auch hier gibt es sicher wieder luxuriösere Optionen, aber am Ende waren wir mit unserer Wahl doch sehr zufrieden und können dir diese weiterempfehlen. Zudem ist es auf den Corn Islands grundsätzlich so, dass der Standard der Unterkünfte auch eher niedriger ist.
Weitere Unterkünfte für jedes Budget Little Corn
Wenn wir nochmal auf Little Corn reisen würden, würden wir auf jeden Fall eine Unterkunft im Westen der Insel buchen, da man damit in der Nähe der meisten Restaurants und auch auf der Sonnenuntergangsseite ist. Im Osten kannst du hingegen den Sonnenaufgang genießen, bist schneller bei den schönen Stränden im Norden und es wird oft als der eher ruhigere Teil beschrieben, weil es dort einfach nicht viel gibt.
Generell sind die Unterkünfte eher einfach gehalten, es gibt aber auch einige luxuriöse Optionen wo du aber schnell bei 100€ oder mehr pro Nacht liegst. Zu beachten ist allerdings auch hier, dass der Fußweg relativ lang sein kann. Ggf. können dich diese Unterkünfte aber auch mit dem Boot abholen. Da es nicht sonderlich viele Unterkünfte gibt, empfehlen wir dir frühzeitig zu buchen.
Weitere Unterkünfte für jedes Budget Big Corn
Auf Big Corn waren wir mit der Lage zufrieden und den Strandabschnitt unserer Unterkunft fanden wir mit am schönsten. Du kannst die Insel, vor allem mit einem Roller, relativ einfach erkunden. Daher empfehlen wir dir, dir einfach die Unterkunft rauszusuchen, die dir am besten gefällt. Wenn dir die Strandlage wichtig ist, ist das auch ein guter Entscheidungsfaktor. Auch auf Big Corn empfehlen wir dir frühzeitig zu buchen, denn auch hier gibt es nicht sonderlich viele Unterkünfte.
Preiswerte Unterkünfte € Mittlere Preiskategorie €€ gehobenere Optionen €€€Anreise und Transport vor Ort
Anreise auf die Corn Islands
Wir sind mit der Airline La Costeña vom Flughafen in Managua nach Big Corn Island geflogen. Die Flüge haben auf der Website an die 200€ pro Person gekostet. Anscheinend bekommst du die Flüge telefonisch oder direkt bei der Fluggesellschaft am Terminal etwas günstiger. Wir haben das zwar probiert, sind damit am Ende aber auch nicht wirklich weiter gekommen, da wir zum einen nicht sonderlich gut Spanisch sprechen und es auch eher schwierig und verwirrend ist, wenn du jemanden erreichst. Als wir in Managua angekommen sind, war das Office der Airline bereits geschlossen und wir wollten nicht nur deswegen erneut einen Stopp hier einlegen.
Wir empfehlen dir daher die Flüge frühzeitig zu buchen. Da wir abgewartet haben und das Ganze vor Ort machen wollten, mussten wir unseren gesamten Reiseplan umwerfen, weil zu dem Zeitpunkt (aufgrund des Baseballturnier) keine Flüge mehr verfügbar waren. Wie du dir bestimmt vorstellen kannst, war das super stressig.
Die Airline hat ein kleines Office rechts vom großen Terminal. Der Flug dauert ca. 1,5 Stunden und ist definitiv nichts für schwache Nerven. Mit nur 8-12 Leuten ist die Propellermaschine sehr klein und es ruckelt während dem Flug ordentlich. Aufgrund der beschränkten Plätze werden die Flüge auf die Corn Islands, die zum selben Zeitslot gebucht wurden, auch oft auf mehrere Flugzeuge aufgeteilt. Sonderlich sicher haben wir uns dabei nicht gefühlt. Sobald du das Festland verlässt, wirst du dafür mit einem wunderschönen Blick über das türkisblaue Wasser der Karibik belohnt.
Transport auf den Corn Islands
Auf Big Corn geht es dann recht unkompliziert weiter. Am kleinen Flughafen warten meistens schon Taxis, die dich für 1€–2€ zum Hafen bringen. Von dort aus geht es mit dem Speedboat nochmals etwa 45 Minuten nach Little Corn. Die Boote warten in der Regel bis alle Flugzeuge und Passagiere angekommen sind. Die Tickets kosten ungefähr 10€–12€ pro Person, und auch die Rückfahrt verläuft genauso: Boot zurück nach Big Corn, dann Taxi zum Flughafen und von dort wieder aufs Festland.
Auf Little Corn läuft alles deutlich langsamer. Tipp: Sei auf dem Rückweg etwas früher am Hafen, da das Boot schnell voll wird und es passieren kannst, dass du auf die nächste Abfahrt warten musst. Gerade wenn du direkt im Anschluss zurück nach Managua fliegst, solltest du das vermeiden. Wie bereits erwähnt, gibt es auf der Insel keine motorisierten Fahrzeuge. Wenn du Glück hast, wirst du von deinem Hotel mit einem kleinen Boot abgeholt. Ist die Unterkunft zu Fuß erreichbar, kommt oft jemand vom Hotel mit einer Schubkarre, um dir zumindest beim Gepäck zu helfen. Das ist normal und gehört zum Inselcharme dazu. Auf Big Corn sieht es anders aus: Hier fahren Taxis und Roller. Eine Taxifahrt kostet etwa 2€, was völlig in Ordnung ist, vor allem wenn du Gepäck oder längere Strecken zurücklegen musst.















