Reisetipps und Anreise Dolomiten: 4 Tage im Herzen Südtirols

Die Dolomiten gehören zu den beeindruckendsten Wanderzielen in Europa und sind seit 2009 UNESCO Welterbe. Zwischen steinigen Felsen, grünen Tälern und tiefblauen Bergseen entfaltet sich eine einzigartige und unvergessliche Naturkulisse die seinesgleichen sucht. Wenn du hier ankommst merkst du schnell, warum die Region zu den schönsten Berglandschaften der Welt gehört.

Nach vielen Jahren haben wir es endlich geschafft und im Juni 2025 den langen Weg von 7,5 Stunden in Richtung der Dolomiten auf uns genommen. Nach rund 340 Kilometern haben wir am späten Abend in der Nähe von Innsbruck unseren ersten Zwischenstopp im Apartment 1494 eingelegt und den Abend bei einem Cordon Bleu entspannt ausklingen zu lassen. Für die Unterkunft haben wir ca. 63€/Person pro Nacht bezahlt und können sie wärmstens empfehlen. Das einzige Nachteil sind, ist die nahegelegene Straße, auf der auch in der Nacht die LKWs zu hören sind.

Am nächsten Morgen ging es früh los, denn vor uns lagen weitere 300 Kilometer, bevor unsere erste Wanderung zur Croda da Lago auf dem Programm stand. Unsere Vorfreude auf die Berge war groß und mit jedem Kilometer wurde die Landschaft eindrucksvoller. Alleine die Fahrt durch das Gebirge der südlichen Kalkalpen ist schon ein Erlebnis für sich.

Anreise in die Dolomiten

Auf der Strecke von Deutschland nach Italien gibt es zwei Dinge, die ihr unbedingt beachten müsst: die Vignette in Österreich und das Mautsystem in Italien.

In Österreich braucht ihr für die Autobahn eine Vignette. Die einfachste Variante ist die 10-Tages-Vignette, die aktuell 9,90€ pro Autos kostet. Ihr könnt die Vignette entweder klassisch als Sticker für die Windschutzscheibe an der Tankstelle kaufen oder digital online buchen. Wir empfehlen euch definitiv die digitale Version, denn dafür müsst ihr nur euer Kennzeichen angeben und seid sofort startklar. Das ist auch problemlos kurzfristig noch möglich. In Österreich fallen neben der Vignette auf bestimmten Strecken (zum Beispiel Brennerautobahn oder Arlberg-Tunnel) noch zusätzliche Sondermauten an. Diese könnt ihr ebenfalls online erwerben oder direkt am Schrankenautomaten aus dem Auto heraus kaufen.

Sobald du die Grenze nach Italien passierst, läuft das Mautsystem etwas anders. Dort gibt es keine Vignette mehr, sondern es wird je gefahrener Strecke bezahlt. Beim Auffahren auf die Autobahn ziehst du dabei ein Ticket, mit welchem beim Abfahren die gefahrene Distanz und damit der Preis berechnet wird. Die Kosten liegen im Schnitt bei 9€ bis 10€ pro 100 Kilometer. Für uns waren das ungefähr 15€ bis 20€ Maut, die wir zusätzlich für Maut in Italien bezahlen mussten. Bezahlen könnt ihr ganz unkompliziert in bar oder mit Karte direkt an der Mautstation.

Die Fahrt durch Österreich und Norditalien ist landschaftlich ein echtes Highlight und schon für sich genommen eine kleine Reise wert. Die Strecke führte uns über den Passo Falzarego, eine beeindruckende Straße mit großartigen Ausblicken auf die umliegenden Berge. Wir haben dort einen kurzen Halt eingelegt und und uns beim kleinen Bäcker am Pass ein Kaffee sowie eine kleine Stärkung gegönnt, bevor Tag 1 und damit die Wanderung zur Croda da Lago beginnt. Mit der frischen Bergluft, dem Duft von frisch gebrühtem Kaffee und dem Blick auf die Dolomiten kann der Tag kaum besser starten.

Croda da Lago

Die Wanderung zur Croda da Lago startet direkt nach unserem Stopp am Passo Falzarego. Auf gut markierten Wegen führt die Route zum klaren Lago die Federa, durch saftig grüne Almwiesen und einzigartigen Blicken auf die Gipfel. Besonders beeindruckend ist der Anblick der Bergkette Croda da Lago selbst, der sich im glasklaren Wasser des Sees am Fuße des Berges spiegelt. Die Strecke ist gut machbar, hat aber einige steilere Abschnitte, die etwas Trittsicherheit erfordern. Insgesamt ein perfekter Einstieg in die Dolomiten, bei dem du die Natur, Ruhe und beeindruckende Panoramen genießen kannst.

Lago di Sorapis

Am zweiten Tag steht die Wanderung zum weltweit bekannten Lago di Sorapis auf der Tagesordnung. Der Blick auf das türkisblaue Wasser und das umliegende Panorama ist einfach nur einzigartig. Wir starten früh am Morgen, denn der Weg ist anspruchsvoll, dauert mehrere Stunden und ist sehr beliebt. Unterwegs wirst du mit eindrucksvollen Ausblicken belohnt, bevor du schließlich am leuchtend türkisfarbenen See ankommst. Wenn du die Stille der Dolomiten und den See abseits der Touristenmassen erleben möchtest, solltest du deine Wanderung extrem früh beginnen. Die Wanderung ist ein echtes Highlight in den Dolomiten, allerdings wirst du hier kaum alleine unterwegs sein.

Die 3 Zinnen

Die Drei Zinnen in den Sextner Dolomiten sind mit Abstand das bekannteste Wahrzeichen der Dolomiten und den Besuch allemal wert. Die Wanderung führt vorbei an grünen Almböden, kleinen Bergseen und imposanten Felsformationen, immer mit fantastischen Panoramen im Blick. Wir Übernachten auf der Drei Zinnen Hütte, wo wir den Sonnenuntergang direkt unter den Gipfeln ganz für uns alleine genießen. Am nächsten Morgen beginnt der Tag mit einem traumhaften Sonnenaufgang über den Spitzen der Drei Zinnen, bevor wir die Umgebung erkunden und die Ruhe der Berge genießen.

Beste Reisezeit und Tipps

Die beste Reisezeit für die Dolomiten ist zwischen Ende Juni und Anfang Oktober. In dieser Zeit sind die meisten Wege schneefrei und gut begehbar. Besonders geeignet sind die letzten Wochen im Juni vor den Sommerferien sowie der September und der frühe Oktober. Dann ist das Wetter meist stabil, die Temperaturen milder und die Wanderwege oft etwas ruhiger. Für unseren Trip waren wir Ende Juni in den Dolomiten unterwegs. Das lag zwar außerhalb der deutschen Ferienzeit, jedoch war hier trotzdem unglaublich viel los und es war teilweise zu heiß.

Zudem hat Ende Juni ein Ultramarathon statt gefunden, wodurch die Hotels überwiegend ausgebucht und deutlicher teurer waren, Leute auf den Wanderwegen gerannt sind, Straßen- und Wanderabschnitte gesperrt waren und es einfach in Summe sehr voll war. Tipp: am besten informierst du dich vorab auf der Webseite über bevorstehende Veranstaltungen und/oder Marathons und planst idealerweise drum herum.

Eine der größten Herausforderungen ist daher mit Sicherheit fast immer die Parksituation am Einstieg der Wanderungen, weshalb es sich direkt doppelt lohnt früh da zu sein und einen der wenigen Parkplätze zu ergattern. Wenn du die Berge in Ruhe erleben möchtest und die Wege möglichst für dich haben willst, musst du sehr früh starten, am besten schon zum Sonnenaufgang (spätestens gegen 8-9 Uhr). Die bessere Möglichkeit ist eine Übernachtung auf einer Berghütte. Dadurch bist du früh auf den Beinen und kannst die Natur vor und nach den Tagestouristen, fast alleine für dich genießen.

Außerdem war es zu dieser Zeit extrem heiß und die Baumgrenze in den Dolomiten endet sehr schnell. Sobald du an Höhe gewinnst, gibt es daher kaum noch Schatten und ein Sonnenbrand ist vorprogrammiert. Wie überall in den Bergen kann aber auch hier das Wetter jederzeit umschlagen. Auch wenn der Tag sonnig beginnt, solltest du immer auf alles vorbereitet sein. Dazu gehören wetterfeste Kleidung, ausreichend Wasser sowie Verpflegung und Sonnenschutz.

Bei unserer nächsten Reise in die Dolomiten werden wir eine mehrtägige Hüttentour planen. So erlebst du die Landschaft intensiver und unabhängiger. Der einzige Nachteil ist die lange Vorausplanung. Sobald die Hütten ihre Buchungsseiten veröffentlichen, sind die Plätze häufig sehr schnell ausgebucht.

Ausrüstung und Equipment

Für Wanderungen in den Dolomiten ist eine gute Grundausrüstung unverzichtbar. Feste Wanderschuhe sind Pflicht, denn die Wege sind steinig und anspruchsvoll. Ebenso wichtig sind bequeme Wandersocken, die dir nicht nur einen guten Halt im Schuh verschaffen sonder auch Blasen vorbeugen. Für den Notfall solltest du trotzdem immer Blasenpflaster im Rucksack mit dabei haben. Die langen Touren und große Höhenmeter können die Füße schnell fordern.

Wir waren mit zwei kleinen 30 Liter Rucksäcken unterwegs. Für Tagestouren war das vollkommen ausreichend. Für eine Übernachtungstour hat die Größe gerade so gereicht. Im Rucksack hatten wir immer genug Snacks, ausreichend zu trinken, Sonnencreme und Wechselkleidung für unterschiedliche Wetterlagen. Diese Grundausstattung hat sich auf jeder Tour bewährt und sorgt dafür, dass man auf viele Situationen vorbereitet ist, egal ob Hitze, Wind oder ein spontaner Wetterwechsel.

  • Snacks & Ernährung: Nimm energiereiche Lebensmittel wie Datteln oder Proteinriegel mit, um deine Energie aufrechtzuerhalten.
  • Technik & Sicherheit: Powerbanks für Handy oder GPS-Gerät. Achtung: Drohnen sind in vielen Bereichen nicht erlaubt.
  • Sonnenschutz: Sonnenbrille, Sonnencreme und eine Kopfbedeckung sind besonders über der Baumgrenze unverzichtba

Unterkunft und Übernachtung

Wir haben in Borca di Cadore, einem kleinen Ort etwa fünfzehn Minuten entfernt von Cortina d’Ampezzo, dem bekanntesten Ort in den Dolomiten, übernachtet. Untergekommen sind wir im Hotel Boite was nicht ganz günstig und leider auch unseren Erwartungen nicht vollständig entsprochen hat. Erst im Nachhinein haben wir herausgefunden, dass an diesem Wochenende der Lavaredo Ultra Trail by UTMB stattfand. Fast alle Hotels waren ausgebucht und die wenigen verfügbaren Unterkünfte hatten ihre Preise deutlich erhöht.

Wenn ihr in diese Region reisen möchtet, solltet ihr solche Veranstaltungen unbedingt im Blick behalten. Während großer Events ist nicht nur in den kleinen Orten deutlich mehr los. Auch auf den Wanderwegen kann es voller werden. Manchmal überschneiden sich die eigenen Touren sogar mit Abschnitten der Strecke, auf denen die Läufer unterwegs sind. Eine frühzeitige Planung und ein Blick auf lokale Eventkalender helfen dabei, Überraschungen zu vermeiden und eine entspannte Unterkunft zu finden.

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