Die Drei Zinnen – 2-Tage-Hüttentour mit Übernachtung
Die Wanderung zu den Drei Zinnen gehört zu den bekanntesten Touren in den Dolomiten und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Wir haben uns bewusst für eine 2-Tage-Hüttentour entschieden, um die Landschaft abseits der Tagestouristen ruhiger erleben zu können und mehr Zeit für die Wege und Ausblicke zu haben. So lässt sich das Gebiet in einem angenehmeren Tempo erkunden. Die drei markanten Felstürme gelten als Wahrzeichen der Dolomiten und sind Teil des UNESCO-Weltnaturerbes. Sie setzen sich aus der Großen Zinne in der Mitte, der Westlichen Zinne auf der linken Seite und der Kleinen Zinne auf der rechten Seite zusammen. Ihre schroffe Form prägt die gesamte Umgebung und macht die Wanderung zu einem der eindrucksvollsten Erlebnisse in dieser Region.
Parken und Ausgangspunkt
Der Ausgangspunkt der Tour ist der Parkplatz neben der Fischleinbodenhütte. In der Hauptsaison wird es sehr voll, daher lohnt es sich früh zu starten (spätestens gegen 8-9 Uhr). So hast du die besten Chancen, einen Parkplatz in der Nähe zu finden und entspannt mit der Wanderung zu beginnen. Die Tagespauschale liegt bei 15€ (Stand 2025). Auch wenn es so gesehen 2 Tage waren haben wir für die eine Nacht nicht mehr bezahlen müssen.
Wir haben uns bewusst für den Aufstieg aus dem Fischleintal entschieden, da dieser Weg nicht zu den klassischen Aufstiegen zu den Drei Zinnen zählt. Viele Besucher nutzen deutlich kürzere und bequemere Routen, wie z.B. über die Auronzohütte. Der Anstieg durch das Fischlein- und Altensteiner Tal dagegen ist länger und konditionell anspruchsvoller, was ihn für viele Tagestouristen weniger attraktiv macht. Der große Vorteil: Entsprechend ruhig ist es auf großen Teilen der Strecke, besonders bis zu den Bödenseen, wo man die Landschaft oft über längere Zeit fast für sich allein erlebt. Erst im Bereich rund um die Drei Zinnen nimmt der Andrang deutlich zu, da hier mehrere bekannte Routen zusammentreffen. Gerade deshalb ist dieser Anstieg eine gute Alternative für alle, die den Weg bewusst erleben möchten und nicht nur das Ziel.
Die Wanderungen im Detail
3,4 Stunden + 3,5 Stunden
einfach bis mittel
7,5km + 9,5km
950hm + 400hm
Fischleinbodenhütte
Wegbeschreibung und Highlights
Nach einem kurzen Espresso in der Fischleinbodenhütte starten wir die Wanderung zu den Drei Zinnen gegen 9 Uhr. Der Weg führt zunächst entlang eines Flussbetts durch das Fischleintal in Richtung Talschlusshütte auf etwa 1548 Metern. Bis hier hin steigt der breite Weg nur leicht an und bietet einen entspannten Einstieg. Je nach Tempo erreichst du die Hütte nach ungefähr 1- 1,5 Stunden. Bereits hier unten im Tal zeigt sich die typische Dolomitenlandschaft mit offenen Wiesen, Felswänden und einer ruhigen Atmosphäre.
Kurz nach der Talschlusshütte erreichen wir eine Weggabelung. Hier halten wir uns rechts und folgen dem Aufstieg durch das Altensteiner Tal auf dem Wanderweg Nr. 102. Ab diesem Punkt wird der Weg deutlich schmaler und steiler. Bis zu den Bödenseen sind es ungefähr 3 Kilometer und rund 650 – 700 Höhenmeter. Der Pfad führt durch felsiges Gelände, vorbei an grasbewachsenen Hängen und steinigeren Abschnitten, bei denen Trittsicherheit und Konzentration gefragt sind. Immer wieder öffnen sich Blicke zurück ins Tal, das von den typischen Dolomitenfelsen eingerahmt wird.
Da es an diesem Tag sehr heiß war und wir zusätzliches Gepäck für die Hüttenübernachtung dabei hatten, hat uns dieser Abschnitt alles abverlangt. Immer wieder haben wir im Schatten kurze Verschnaufpausen eingelegt und uns mit Wasser und kleinen Snacks gestärkt. Nach dem steilen Anstieg erreichen wir nach ca. 2 Stunden die Bödenseen. Die Seen spiegeln bei guten Bedingungen die umliegenden Gipfel und bieten einen angenehmen Ort zum Durchatmen, Fotografieren oder für einen kurzen Snack. Von hier aus sind erstmals die Drei Zinnen gut zu erkennen, womit ein Ziel in Sicht ist.
Im letzten Abschnitt folgt der etwas kürzere, aber weiterhin anspruchsvolle Anstieg zur Drei Zinnenhütte auf 2405 Metern. Für diesen Teil solltest du noch etwa 30 bis 45 Minuten einplanen. Oben angekommen öffnet sich ein weiterer Blick auf die markanten Felstürme der Drei Zinnen, die umliegenden Seen und die weiten Täler der Dolomiten. Der Bereich rund um die Hütte eignet sich gut, um kurz zu verweilen und die nächste Etappe der Tour zu planen.
Gegen 13 Uhr erreichten wir die Drei Zinnenhütte und legten dort eine längere Mittagspause ein. Nach dem Mittagessen hatten wir noch etwas Zeit und entschieden uns spontan die Umrundung der Drei Zinnen in Angriff zu nehmen. Der Weg ist grundsätzlich gut ausgebaut und landschaftlich reizvoll, allerdings zeigte sich schnell, dass zu dieser Tageszeit sehr viele Menschen unterwegs waren. Nach etwa dem ersten Drittel der Runde haben wir die Umrundung wieder abgebrochen.
Die Hitze war inzwischen deutlich spürbar, und die vielen Wanderer machten das Gehen zusätzlich anstrengend. Zudem steckten uns die Wanderungen der vergangenen drei Tage zur Croda da Lago und dem Lago di Sorapis noch in den Beinen. Statt die Runde fortzusetzen, entschieden wir uns bewusst für eine ruhigere Variante und kehrten zur Hütte zurück, was sich für uns als die bessere Entscheidung an diesem Tag erwies.
Rifugio Locatelli – 3 Zinnen Hütte
Wir haben im Refugio Locatelli übernachtet und konnten glücklicherweise eines der wenigen Doppelzimmer buchen. Das Doppelzimmer kostet 90€/Person pro Nacht inkl. Frühstück und Abendessen. Die Hütte bietet auch Matratzenlager, was deutlich günstiger ist. Allerdings hat die Buchung eines Doppelzimmers den Vorteil, dass man privater ist und nicht so viel Rücksicht auf die anderen nehmen muss. Die Doppelzimmer sind sehr beliebt und meistens lang im Voraus ausgebucht.
Das Abendessen bestand bei uns aus einer Auswahl von drei oder vier Gerichten. Unter anderem gab es auch eine vegetarische Option. Wichtig zu wissen ist, dass es in den Hütten manchmal nur eingeschränkt fließendes Wasser gibt. Duschen ist daher nicht immer möglich, und man muss sich mit einer einfachen Katzenwäsche am Waschbecken behelfen.
Im Laufe des Nachmittags wurden die Tagesbesucher immer weniger, bis schließlich nur noch wir und einige wenige andere Übernachtungsgäste der Hütte da waren. In dieser ruhigen Atmosphäre haben wir bei einem Bier und mehreren Partien Vier gewinnt den Tag auf der Terrasse ausklingen lassen. Die Drei Zinnen lagen dabei fast menschenleer vor uns, ein Moment, der diesen Hüttenabend besonders gemacht hat. Besonders der Sonnenuntergang und der Sonnenaufgang am nächsten Morgen bleiben uns als unvergessliche Erlebnisse in Erinnerung.
Wie wir diesen unvergesslichen Aufenthalt in unsere gesamte Route eingebaut haben, erfährst du in unserem Dolomiten Rundreise Guide.










